- Rankings hängen an URLs: Jede alte Adresse braucht ein Ziel - eine 301-Weiterleitung oder einen bewussten Abschied.
- Der Relaunch ist der beste Zeitpunkt für technisches SEO: Ladezeit, strukturierte Daten, saubere Struktur.
- Nach dem Launch entscheidet das Monitoring: Wer die ersten zwei Wochen nicht misst, merkt Verluste erst im Quartalsbericht.
Warum Relaunches Rankings kosten
Die traurige Wahrheit: Die meisten Ranking-Verluste nach einem Relaunch sind selbstverschuldet. Google hat nichts gegen neue Designs - aber viel gegen verschwundene URLs, verlorene Inhalte und langsamere Seiten. Ein Relaunch ist eine Operation am offenen Herzen: planbar, aber nicht ohne Vorbereitung.
Vor dem Relaunch: Inventur
Bevor irgendetwas Neues entsteht, brauchst du ein vollständiges Bild des Bestands:
- URL-Inventar: alle indexierten Seiten aus Search Console, Sitemap und Crawl - inklusive der vergessenen.
- Ranking-Inventar: welche Seiten bringen Besucher, für welche Suchbegriffe? Diese Seiten sind dein Kapital.
- Backlink-Inventar: extern verlinkte URLs dürfen auf keinen Fall ins Leere laufen.
Praxis-Tipp: Exportiere die Top-Seiten nach Klicks aus der Search Console der letzten 12 Monate. Alles auf dieser Liste bekommt im neuen Setup entweder dieselbe URL oder eine 301-Weiterleitung - keine Ausnahmen.
Das Redirect-Mapping
Das Herzstück jedes Relaunchs ist eine Tabelle mit zwei Spalten: alte URL, neue URL. Klingt banal, entscheidet aber über dein organisches Überleben. Die Regeln:
- 301 (dauerhaft), nicht 302 (temporär).
- Ziel ist die inhaltlich passendste Seite - nicht pauschal die Startseite. Massen-Redirects auf die Homepage wertet Google wie 404.
- Keine Redirect-Ketten: alt führt direkt zu neu, nicht über Zwischenstationen.
- Wo möglich: URLs einfach beibehalten. Die billigste Weiterleitung ist die, die man nicht braucht.
„Der beste Relaunch ist der, den Google gar nicht bemerkt - außer an besseren Signalen.“
DUNA Engineering-Grundsatz
Während des Baus: Technik-Chancen nutzen
Wenn schon neu, dann richtig. Der Relaunch ist der Moment für technisches SEO, das im Alltag nie Priorität bekommt: Core Web Vitals als Abnahmekriterium, strukturierte Daten (Organisation, Artikel, FAQ), saubere Überschriften-Hierarchien, sprechende URLs, hreflang bei Mehrsprachigkeit und eine Sitemap, die sich selbst aktuell hält.
Und: Die neue Seite muss unter Verschluss bleiben, bis sie live geht. Eine öffentlich erreichbare Staging-Umgebung ohne noindex ist ein Klassiker mit Duplicate-Content-Folgen.
Der Launch-Tag
- Redirects VOR dem Go-live testen - automatisiert, gegen die komplette Mapping-Tabelle.
- noindex entfernen, robots.txt prüfen - der zweite Klassiker: die Sperre geht mit live.
- Neue Sitemap in der Search Console einreichen.
- Interne Links auf neue URLs umstellen statt auf Redirects zu vertrauen.
Nach dem Launch: zwei Wochen Wache
Jetzt entscheidet sich, ob die Operation gelungen ist. Beobachte täglich: 404-Fehler in der Search Console (jeder ist ein Loch im Mapping), Crawling-Statistiken, Indexierungsstand und die Rankings deiner Top-Seiten. Kleinere Schwankungen über zwei, drei Wochen sind normal - ein stetiger Abwärtstrend ist es nicht.


